Brandberg

WhiteladyBei dem Brandberg handelt es sich um ein Bergmassiv im Westen Namibias, zu dem auch der Königstein zählt, der mit 2.580 Meter der höchste Berg Namibias ist. Den Namen hat das Bergmassiv von der glühenden Farbe, in der es bei Sonnenuntergang erscheint.

Vor rund 120 Millionen Jahren soll hier inmitten einer riesigen Ebene vulkanischen Gesteins ein Vulkan gewesen sein. Durch die Erosion des Lavagesteins wurde das Granitmassiv freigelegt, dessen Überhänge den SAN?, einem der Urvölker Namibias, Zuflucht gewährte.

Der Brandberg zählt besonders wegen der zahlreichen Felszeichnungen als Touristenattraktion Namibias. Um den Brandberg herum wurden ungefähr 45 Tausend Felszeichnungen gefunden, die von verschiedenen ethnischen Gruppen stammen. Die ersten dieser Zeichnungen entstanden in der Zeit um 2000v.Chr. Thematisch stellen diese Zeichnungen überwiegend Jadgszenen und schamanische Motive dar, wobei die “White Lady” zu den berühmtesten Zeichnungen des Brandbergs zählt.

Die “White Lady” – in den deutschen Übersetzungen auch als “Weiße Dame” oder “Weiße Frau” geläufig – gilt, wie gesagt, als größter, touristischer Anziehungspunkt. Sie wude im Jahr 1917 im Tsisab Tal entdeckt, als man auch zahleiche andere Felsmalereien entdeckte. Die Forschung beschäftigte sich eingehend mit dem Ursprung der “White Lady”, in dessen Zuge noch weitere Felszeichnungen gefunden wurden.

Besonderes Aufsehen erregte diese Zeichnung, nachdem der französische Priester Abbé Beuil in den 50er Jahren das Bild als Darstellung einer weißen Frau mit einem Gefäß  oder einer Lotusblüte in der Hand beschrieb. Obwohl diese Interpretation bei näherer Betrachtung der Zeichnung sehr vage erscheint, erlangte sie dennoch als “White Lady” Ruhm und Aufmerksamkeit und durfte bis heute diesen Titel fortführen.

Aktuell besagt die Theorie zur “White Lady”, dass es sich bei der Zeichnung weder um eine Weiße, noch um eine Frau handelt. Vielmehr soll die Zeichnung einen Jäger darstellen. Pfeil und Bogen, sowie ein Phallus, der deutlich in der Zeichnung zu erkennen sei, bestätigen diese Interpretation.

Wenn man den Brandberg besichtigen will, zieht dies zwangsläufig den Besuch der “White Lady” nach sich. Vom Eingang aus, wo man sich anmelden muss, führt ein ca. 2,5 km langer Weg zu dem Felsgemälde. Der Weg darf nur in Begleitung eines Tourguides zurückgelegt werden. Wahrscheinlich hat dieser nicht nur die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass kein Tourist verloren geht, sondern muss auch darauf achten, dass sich keiner seiner Besucher mit neuen Zeichnungen an den Felsen zu verewigen versucht.

Darüber hinaus ist es auch möglich, den Brandberg unter Leitung eines geschulten Touristenführers zu besteigen. Dieser Ausflug ist natürlich nicht an einem Tag zu bewältigen und setzt ein Minimum an Ausrüstung und Kondition voraus.

Ein Name, der im Zusammenhang mit den Felszeichnung zu erwähnen ist, ist Harald Prager. Er kopierte zwischen den Jahren 1977 und 1985 insgesamt 879 Felsbilder.

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