Angeblich keine Tsunami-Gefahr in namibischer Küstenregion

Nach den Ereignissen in Japan stellen sich die an Namibias Küste lebenden Menschen berechtigter Weise die Frage, ob eine derartige Naturkatastrophe  auch bei ihnen möglich sei. Swakopmund zum Beispiel liegt unmittelbar am Meer und nicht weit oberhalb des Meeresspiegels.

Untersuchungen ergaben jedoch, dass selbst größere seismische Ausbrüche im Atlantik keinesfalls eine ähnliche Tsunami Welle auslösen könnten, wie es am 11. März in Japan der Fall war. Meldungen der Allgemeinen Zeitung zufolge habe Frau Dr. Schneider, die das geologische Landesamt in Windhoek leitet, gegenüber der Redaktion geäußert, dass die Möglichkeit einer ähnlichen Katastrophe in Namibia kaum gegeben sei. Sie erklärte weiterhin, dass im Atlantischen Ozean zwar seismische Aktivitäten zu messen seien, diese jedoch bei Weitem nicht stark genug sind, um ein Beben der japanischen Größenordnung auszulösen. Demzufolge hält Dr. Schneider eine sogenannte Monsterwelle an der namibischen Küste für unvorstellbar.  Gründe für diese Prognosen liegen darin, dass sich die afrikanische und die südamerikanische Platte wohl auseinander bewegen und diese Bewegungsrichtung nicht so bedrohlich sei, wie ein aufeinander Zubewegen.

Nach offiziellen Informationen verfügen weder Swakopmund noch Walvis Bay über ein Frühwarnsystem.  Sollte also entgegen der Prognosen doch eine Tsunamiwelle auf die namibische Küste treffen, wären die dort gelegenen Städte völlig unvorbereitet. Daher könnte selbst eine schwächere Tsunamiwelle verheerende Folgen haben. Man erinnere sich nur an die Tsunamiwelle vom 26.12.2004, als die Menschen an den Küsten Thailands und Sri Lankas unvorbereitet von der Welle überrollt wurden.

Im Zeitungsartikel der Allgemeinen Zeitung wird berichtet, dass Riesenwellen bei Lüderitzbucht vorgekommen seien. Weiterhin folgerten Archäologen, dass das ursprüngliche Steinkreuz des portugiesischen Seefahrers Bartholomäus Diaz durch eine Riesenwelle von der höher gelegenen Felskuppe geschlagen worden sei. Eine systematische Suche der Archäologen ergab, dass sie Steinbrocken des ursprünglichen Kreuzes unter der Brandung gefunden haben. Angeblich sollen Seefahrer, die der Diaz Route nach Indien folgten, noch ungefähr Hundert Jahre nach Errichtung des Steinkreuzes das Kreuz wahrgenommen haben, bevor es verschwand. Auch wurde von Personen am Strand und zwischen den Klippen berichtet, die auf mysteriöse Weise verschwanden. Augenzeugen berichteten jeweils von übergroßen Wellen, die auf das Ufer stießen.

Lange Zeit schienen die Geschichten von Monsterwellen nahezu unglaubwürdig zu sein, da es keine Belege für diese Wellen gab. Erst als ein gigantischer Transportfrachter, dessen Mast allein an die 30 Meter hoch war, vor dem südafrikanischen Durban durch eine Welle in Seenot geriet, die das gesamte Schiff als auch besagten Mast überflutete, wurden die Berichte über Monsterwellen ernster genommen. Das Schiff hielt der Riesenwelle stand, daher gab es von nun an verbindliche Augenzeugenberichte und Filmmaterial zum Beweis der Existenz von Monsterwellen.

Die Folgen des Tsunamis in Japan sollten jetzt dringend Anlass genug sein, in allen gefährdeten  Küstenregionen Frühwarnsysteme zu installieren, da dies im Ernstfall die einzige Möglichkeit ist, Menschenleben zu retten. Auch wenn, wie in Japan, das Frühwarnsystem nicht zeitig genug reagiert, dass wirklich alle Menschen informiert sind und die gefährdete Region verlassen können, so gibt es den Menschen an den Küsten doch die einzig mögliche Sicherheit, um sich vor Riesen- oder Monsterwellen in Sicherheit zu bringen.

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