Industrie setzt weiterhin auf Uranabbau

Während die Welt mit einem weinenden Auge auf Japan blickt und die Angst vor atomarer Strahlung in Deutschland Grundsatzdiskussionen zur weiteren Betreibung der dortigen Atomkraftwerke schürt, wird in Namibia weiterhin in die Expansion des Uranabbaus investiert. Berichten der namibischen Allgemeine Zeitung zufolge soll die Firmengruppe Gecko planen, Milliarden in einen neuen Industriepark mit anliegendem Hafen investieren.

Die Unternehmensleitung gehe davon aus, dass der Uranabbau in Namibia weiterhin expandieren werde. Da derzeit viele Chemikalien, die zum Uranabbau  dringend notwendig sind, aus anderen Staaten importiert werden, baut Gecko auf eine Herstellung dieser Chemikalien vor Ort. Die Abnahme durch die in Swakopmund und Umgebung ansässigen Uranminen sei in der Kalkulation zur Wirtschaftlichkeit des Industrieparks berücksichtigt worden.

Zur Wirtschaftlichkeit im Bereich Import und Export sei der Bau eines neuen Tiefseehafens unumgänglich, da der bestehende Hafen in Walvisbay für das geplante Projekt viel zu klein sei. Der Bau des Industrieparks soll definitiv an der Küste nördlich von Swakopmund erfolgen. Die Unternehmensgruppe argumentiert mit der Schaffung von mehreren Tausend Arbeitsplätzen.

Man fragt sich an dieser Stelle jedoch berechtigterweise, wie die Planung einer Industrieanlage dieser Größenordnung mit den Vorgaben des Dorob Nationalparks konform gehen soll. Angeln darf jeder nur mit einer gültigen Lizenz, das Fahren mit geländegängigen Fahrzeugen außerhalb der Straßen ist verboten, aber man darf mal eben eine überdimensionale Industrieanlage errichten, um dort Chemikalien herzustellen?

Weiterhin scheint sich auch keiner der Investoren mit den langfristigen Folgen dieses neu geplanten Industriezweigs auseinandersetzen zu wollen. Grundsätzlich sollte man sich an dieser Stelle die Frage stellen, wie lange der Uranabbau in Namibia noch möglich sein wird. Auch die Frage nach der Umorientierung zu alternativen Energien, insbesondere nach dem GAU in Fukushima, scheint derzeit noch nicht bis in das Land vorgedrungen zu sein, das zu Recht die Schönheit seiner Natur und das wachsende Umweltbewusstsein preist.

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