Tausende nach wie vor in Überflutungscamps

Die Mitarbeiter der NRCS – Namibian Red Cross Society = Namibischen Rote Kreuz Gesellschaft – und auch andere Gruppierungen sagten, dass es nun darum gehe, den Ausbruch von Krankheiten innerhalb der Camps zu vermeiden. Kingsley Kwenani, der Leiter des Katastrophenmanagements des Roten Kreuz vor Ort, gab gestern bekannt, dass die gesundheitliche Situation in den Übergangszentren abgesehen von einigen wenigen Fällen von Durchfallerkrankungen und Malaria relativ gut sei.

Kwenani warnte, dass man sich derzeit auf die Einhaltung der Hygiene in jedem einzelnen Camp fokussieren müsse. Kwenani betonte, dass das Hauptziel darin bestehen müsse, körperliche Hygiene zu wahren, damit sich die Obdachlosen nicht mit Cholera anstecken, einer höchst ansteckenden Krankheit, die sich in den letzten zwei Monaten auch über die Grenzen Angolas hinaus verbreiten konnte.

In einem Bericht der WHO (Wolrd Health Organisation = Weltgesundheitsorganisation), der Anfang Mai veröffentlicht wurde, sind laut Informationen der WHO inzwischen rund siebzehn Tausend Fälle von Durchfallerkrankungen gemeldet worden. Die Erkrankungen beziehen sich auf die Monate Januar bis April 2011. Die Erkrankungen wurden in den nördlichen Regionen des Landes registriert. In dem Vergleichszeitraum 2010 gab es 24 Tausend Fälle. Frans Kapifi, der Sprecher des Komitees für Katastrophenschutz im Büro des Premierministers, gab gestern bekannt, dass in den Camps kein Lebensmittelproblem bestehe, jedoch erhebliche Probleme mit der Sauberkeit. Kapofi bestätigte weiterhin eine zeitnahe Bereinigung aller bestehende Probleme.

Dorkas Kapembe-Haiduwa, der Generalsekretär des NRCS, berichtete in den vergangenen Tagen bei einer Sitzung zur Unterstützung der Flutopfer, dass sich derzeit 17555 Personen in den Unterkünften der Camps für die Betroffenen befinden. Allein in der Caprivi Region leben zurzeit 10954 Personen in Camps, in Omusati 1423, in Oshana 2760, n Ohangwena 833, in Oshikoto 557 und in Kavango 1028. Wie Kwenani bereits betonte, wurden in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 37 Tausend Personen in provisorische Unterkünfte geschickt, viele konnten in der Zwischenzeit in ihre Häuser zurück kehren. Bei den achtzehntausend Menschen, die sich jetzt noch in den Camps befinden, handelt es sich um jene, deren Häuser durch das Hochwasser vollständig zerstört wurden oder die nach wie vor von Hochwasser bedroht sind.

Kapofi schätzte, dass Namibia bis jetzt 7 Millionen N$ für die Kosten der Hochwasserkatastrophe erhalten habe. Zusätzlich habe die Regierung 30 Millionen N$ zur Verfügung gestellt. Kapofi betonte, dass man sich bislang nicht beschweren könne, da neben den Geldzuwendungen zusätzliche Hilfsgüter zur Verfügung gestellt wurden. Es sähe bis jetzt gar nicht so schlecht aus.

Die Zukunft für viele Menschen in den nördlichen Regionen Namibias sei dennoch weiterhin ungewiss, warnte Kapofi. Es könne zu einem späteren Zeitpunkt zu weiterführenden Problemen kommen, nämlich dann, wenn es um die zukünftige Versorgung ginge, d.h. um die Zeit nach der Flutkatastrophe. Durch das Hochwasser sei die Ernte weitgehend ruiniert, was dazu führe, dass die Versorgungssituation nach der Rückführung der Flutopfer kritisch werden wird. Insgesamt seinen rund hundertachtzig Tausend Menschen unmittelbar von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen.

Glücklicherweise seien die Teams des Katastrophenmanagements inzwischen sehr gut organisiert und funktionierten weitaus effizienter als in den vergangenen vier Jahren.

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