In Swakopmund fehlen Plätze für Schulanfänger

Namib Primary School SwakopmundVergangenen Freitag, am 1. Juli 2011, begannen die Anmeldungen zur Einschulung 2012. Da die vorhandenen Plätze an den Schulen äußerst rar sind, haben sich bereits am Vorabend gegen 23 Uhr die ersten Eltern vor den Schulen angestellt, um noch einen der begehrten Plätze für ihre Kinder an den favorisiertesten Schule zu erhalten. Sehr begehrt ist hierbei die Namib Primary School in Swakopmund. Auch andere Schulen begannen zu dieser Frist mit den Anmeldungen, auch wenn sie ausreichend Plätze für alle Schulanfänger zur Verfügung stellen könnten und die Eltern nicht auf die Fristen angewiesen sein müssten.

Mr. und Mrs. Philander standen an erster Stelle  der Schlange, die sich vor der Namib Primary School gebildet hatte. Sie kamen bereits um 23 Uhr des Vorabends dort an, um tatsächlich sicher zu stellen, einen Platz für ihr Kind an dieser Schule zu erhalten. Als Mrs. Mutanga um fünf Uhr morgens erschien, war die Schlange bereits so lang, dass sie lediglich den Platz Nummer 64 in der Warteschlange sichern konnte. Nichtsdestotrotz wurde selbst die Reihe der Wartenden hinter ihr immer länger.

Eine Gruppe deutscher Eltern befand sich ebenfalls unter den Wartenden. Doch diese Eltern zählten nicht zu den ersten 64 Wartenden, denen eigentlich einer der begehrten Plätze an der Schule hätte zukommen müssen. Die Namib Primary School zählt zu den wenigen deutschsprachigen Schulen in Namibia und ist sogar die einzige deutschsprachige Schule in Erongo. Neben dieser Schule gibt es lediglich die Deutsche Schule Windhoek (DSW), die deutschsprachigen Unterricht anbietet. Diese beiden Schulen sind neben den kostspieligen Privatschulen die einzigen beiden Schulen in ganz Namibia, an denen Deutsch unterrichtet wird. Die deutschen Wurzeln der Schule bestätigten sich spätestens an dem Punkt, als Werner Wahl, der Schulleiter der Namibian Primary School, alle deutschen Bewerber ungeachtet ihrer Position in der Warteschlange zuerst ins Sekretariat beorderte. Den anderen Wartenden teilte er mit, dass sie sich noch gedulden und damit arrangieren müssen, dass derjenige zuerst einen Platz bekomme, der zuerst dagewesen sei.

Viele Eltern beschwerten sich darüber, dass sie schließlich eher in der Warteschlange gestanden haben und endlose Wartezeiten in Kauf nehmen mussten, doch Wahl erklärte den Betroffenen, dass es sich bei dieser Schule um die einzige Einrichtung handele, die Deutsch als Muttersprache anbiete. Aus diesem Grund müssen sie Verständnis dafür aufbringen, dass die Familien, deren Muttersprache Deutsch ist, bei den Anmeldungen bevorzugt behandelt werden. Die zur Disposition stehenden Plätze an der Schule würden in erster Linie an deutschsprachige Familien vergeben werden.

Viele der Wartenden wurden auf eine Warteliste gesetzt, wobei auch zahlreiche Familien zu anderen Schule oder zum Ministerium für Erziehung in Erongo verwiesen wurden.

Sowohl Walvis Bay als auch Swakopmund setzen sich bereits seit Jahren damit auseinander, dass aufgrund der Arbeitssituation viele Familien in das Einzugsgebiet ziehen und die ersten Schuljahre bei der Einschulung stets überfüllt sind. Insbesondere die Fischfang- und die Minenindustrie ziehen zunehmend Arbeitskräfte und Arbeitssuchende aus anderen Regionen des Landes an. Insgesamt wurden in diesem Jahr allein schätzungsweise 30 neue Klassenräume sowohl von privaten Investoren als auch durch die Verwaltung eingerichtet, dennoch kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden, ob tatsächlich alle Schulanfänger, die sich für das kommende Schuljahr bewerben, auch einen Platz erhalten werden. Bislang ist erst die erste Runde der Anmeldungen vollzogen worden und eine weitere Runde steht zeitnah bevor.

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