Robbenjagd in Namibia wird kostenintensiver als erwartet

Robbe NamibiaDie internationalen Tierschutzorganisationen üben weiterhin Druck in Namibia aus, um die bevorstehende Robbenjagd zu stoppen. Die jährliche Robbenjagd gilt als größte Schlachtung von Meerestieren weltweit.

Earthrace Conservation, eine Organisation, die sich hauptsächlich mit dem Schutz von Meerestieren befasst, haben die Warnung an Namibia ausgesprochen, dass das Land kurz davor stehe, in der gleichen Kategorei wie Japan einkategorisiert zu werden. Japan geriet auf Grund der Abschlachtung der Delphine in die Kritik und steht seitdem sowohl bei Tierschützern als auch bei Touristen auf der schwarzen Liste. In diesem Jahr wurde die Robbenjagd zum Thema der Diskussionen und zog die internationale Öffentlichkeit auf sich. Die Abschlachtung der Robben wird inzwischen international debattiert und entsprechend kritisiert. Namibia und Kanada sind die einzigen zwei Länder der Welt, die nach wie vor den barbarischen Akt des „Robbenschlagens“ praktizieren.

Der Argumentationsstrang, den Fischereibehörden vertreten, ist nicht plausibel, da hier nicht die Schlüsselfunktionen der Robben im Ökosystem berücksichtigt werden. Pet Bethune, Gründer der Organisation Earthrace, vertritt den Standpunkt, dass der Grund für die rückläufigen Fischzahlen in namibischen Gewässern nicht bei den Robben zu suchen sei, sondern die Überfischung der betroffenen Gebiete hier als Ursache genannt werden muss. In Namibia leben weniger Robben als in Kanada, dennoch werden in Namibia weitaus mehr Robben getötet. Die genehmigt Anzahl von zu tötenden Robben wurde in Kanada auf 400.000 Tiere festgelegt, dennoch wurden „nur“ 38.000 tatsächlich erlegt. Namibia hat jährliche Einnahmen von 8 Millionen N$ allein durch Touristen, die auf ihren Sight-Seeing Touren die Robben sehen möchten, wohingegen die Robbenjagd insgesamt nur Einnahmen zwischen 500.000 und einer Million N$ generiere. Laut Earthrace legitimieren diese Zahlen daher auch nicht den monetären Vorteil der Robbenjagd, was Befürworter durchaus gerne propagieren möchten. Alle anderen Länder akzeptieren die Tatsache, dass Robben zum Ökosystem gehören und ein derartig großer Eingriff das globale Ökosystem ernsthaft belasten könnte – und die Tötung einer so großen Anzahl an Robben stellt einen immens großen Eingriff dar .

In diesem Jahr sollen insgesamt 85.000 Babyrobben und 6.000 erwachsene männliche Robben getötet werden. Bethune verurteilte die namibische Regierung, sowohl lokalen als auch internationalen Medien die Berichterstattung über dieses Ereignis zu verweigern. Sofern Namibia hinter der Robbenjagd stehe, dürfe die Regierung kein Problem damit haben, wenn dieses Ereignis dokumentiert werde. Auch Kanada ist dem Druck durch Proteste gegen die Robbenjagd ausgesetzt, dennoch erhalten Tierschutzorganisationen dort die Erlaubnis, den Prozess zu beobachten. Dies bestätigte die Organisation International Fund for Animal Welfare (IFAW). Bethune warf Namibia eine paranoide Haltung in Bezug auf die Vorgehensweise vor, wie die Behörden die inhumane Abschlachtung der Robben der Presse und dem internationalen Fokus zu entziehen versuchen.

Die Robbenjagd in Namibia schafft kaum Arbeitsplätze, noch hilft sie der lokalen Ökonomie. Darüber hinaus sei der Einsatz von militärischem Personal und Patrouillenbooten, die 24 Stunden täglich im Einsatz sind, um das Areal zu sichern, nicht verhältnismäßig für einen derart kleinen Industriezweig.

Bell-Leask von der Organisation IFAW sagte, dass die Robbenschlachtung in Namibia inhuman, überflüssig und absolut nicht im Sinne der internationalen Meinung sei und daher die kommerzielle Robbenverarbeitung gestoppt werden müsse. Namibia könne in keinster Weise, weder wissenschaftlich noch kommerziell, eine nachvollziehbare Rechtfertigung liefern, um mit dem „Blutbad am Strand“ fortzufahren.

Das Zusammentreiben und schlagen von verängstigten Muttertieren sei schauderhaft und absolut unnötig und die Organisation IFAW fordert, die Robbenjagd mit sofortiger Wirkung zu stoppen – es handele sich hier um die grausamste Handlung gegen Tiere weltweit.

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