Robbenjagd in öffentlicher Diskussion

Versteckte Kamera in Namibia für RobbenschlachtDas von den Behörden beschlagnahmte Equipment, das Tierschützer zur Dokumentation der Massentötung der Robben an der Küste installiert haben, kann zwar nun nicht mehr den eigentlichen Zweck erfüllen, doch scheint zumindest durch die daraus erfolgten Massnahmen eine öffentliche Diskussion in Gang gesetzt worden zu sein. In den letzten Jahren konnten die Behörden unter Ausschluss der Öffentlichkeit dem „Robbenschlagen“ relativ ungehindert nachgehen, doch die diesjährige Aktion der Tierschützer sorgte nun doch für eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit.

Auch die Allgemeine Zeitung meldete sich mit der heutigen Ausgabe erneut zu Wort und bezieht eindeutig Stellung. Der Darstellung zufolge handele es sich seitens der Tierschützer um überwiegend von Emotionen geleitete Handlungen, die jedoch dem Umweltschutz gegenüber grundsätzlich kontraproduktiv seien und sogar durch ihre Vorgehensweise die wirtschaftliche Entwicklung in Namibia blockieren. Die im Bericht der AZ dargestellte Kausalkette wirkt jedoch wenig überzeugend.

Selbstverständlich hat die Fischfangindustrie ein Interesse daran, die Robbenpopulation einzudämmen. Hauptargument ist der durch die Robben gefährdete Fischbestand vor der Küste. Darüber steht hinter dem Verkauf von Robbenfellen ein riesiger Markt, der auch heute noch immense Umsätze verspricht. Damit die Felle nicht durch Einschusslöcher beschädigt werden, bevorzugt man bei der Robbenjagd nach wie vor die Methode des „Robbenschlagen“s. Das Europäische Parlament erlies übrigens bereits im Jahr 2009 ein umfangreiches Handelsverbot für Robbenfelle. Anlass zu dieser Entscheidung lieferte laut Angabe des Parlaments die Einstellung vieler europäischer Bürger zu den Methoden der Robbentötung.

Nachdem einst wegen des Diamantenabbaus ein großer Teil der Namib als Sperrgebiet deklariert wurde, folgt nun ein weiteres Sperrgebiet an der namibischen Küste. Diese Tatsache allein sollte den holistisch denkenden Menschen aufhorchen lassen.

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