Robbenjagd wird weltweit veröffentlicht

Robbe NamibiaPaul Watson, der Gründer der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, bestätigte gegenüber der namibischen Presse, dass sie das kontroverse „Robbenschlagen“ bei Cape Cross heimlich filmen konnten.

Watson erklärte, dass ein britisch geführtes Filmteam Namibia bereits vor einigen Tagen verlassen habe. Das Filmmaterial, das das Team trotz der verstärkten Aufsicht der Behörden aufnehmen konnte, soll international auf dem Kanal „Animal Planet“ gesichtet werden können. Das Filmteam bestand laut Angaben aus dem Briten Roest, dem Niederländer Lauren de Groot, den Südafrikanern Rosie Kunneke, Dinielle Stockigt und Nicki Botha. Außerdem befand sich ein Namibier im Team, der jedoch aus naheliegenden Gründen nicht namentlich genannt werden möchte.

Eingang bestand das Team aus zehn Personen, die in Namibia als Touristen einreisten und sich zunächst erfolgreich vor den Behörden verbergen konnten. Sie mieteten sich in verschiedenen privaten Häusern ein. In Swakopmund sei jedoch in ihr Haus eingebrochen worden, wobei in erster Linie Filmequipment entwendet wurde. Watson beschreibt den Diebstahl als äußerst suspekt, da bereits innerhalb kürzester Zeit, nachdem der Diebstahl der Polizeibehörde gemeldet wurde, die ersten Kameras wieder sichergestellt werden konnten.

Es sei ihnen dennoch gelungen, im Rahmen einer gewagten Aktion Kameras nahe am Ort des Robbenschlagens verstecken zu können. Die Aktivisten, die an dieser Aktion beteiligt waren, seien kurz darauf nach Südafrika geflohen.

In der vergangenen Woche konfiszierte die Polizei die Memory Karten der Kameras, nachdem sie das Material, das bei Cape Cross (Kreuzkap) in Felsattrappen installiert worden war, sicherstellten.

Der Minister für Fischfang und Meeresressourcen erklärte, dass sein Ministerium die Situation sehr genau überwachen werde. Die namibischen Behörden scheinen durch die Aktivisten und das Filmmaterial, das möglicherweise nach außen dringen könnte, sehr unter Druck geraten zu sein, wobei nicht ersichtlich ist, weshalb die Regierung die öffentliche Dokumentation der Robbenjagd als illegalen Einschnitt in die Souveränität des Landes einstuft. Auch die Folgerung des Vorsitzenden der Polizei, dass das illegale Installieren von Kameras bei Cape Cross im nächsten Schritt die illegale Spionage in einer Militärbasis zur Folge haben könne, und daher die Aktivisten ein Sicherheitsrisiko für das Land darstellen, scheint äußerst konstruiert.

Angeblich seien die Behörden jedoch bislang nicht auf Watson aufmerksam geworden. Es konnte lediglich bestätigt werden, dass eine weitere Kamera, die auf dem Dach eines Hotels bei Cape Cross installiert war, konfisziert worden sei. Watson konnte jedoch keine Angaben machen, ob noch weitere, bislang unentdeckte Kameras versteckt seien. Er äußerte jedoch, dass das Robbenschlagen nach internationalem Recht illegal sei und diese Vorgehensweise sowohl der Robbenpopulation als auch dem Tourismus schaden werde. Die Theorie, dass die Robben ein Risiko für die Fischpopulation darstellen, sei hingegen ein absoluter Trugschluss.

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